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Sowohl in Griechenland als auch in Rom unterlag die Mode im Lauf der Jahrhunderte gewissen Änderungen, aber die Grundform der Kleidung blieb die gleiche. Die Griechen, Männer wie Frauen, trugen als einfaches Gewand den Chiton, eine Art Hemdbekleidung aus Leinen oder Wolle. Die Seiten des Chitons waren zusammengenäht, eine Verarbeitung, die nicht immer üblich gewesen war: Herodot berichtet von einem Trachtenwechsel der Frauen, der sich 568 v.Chr. ereignet haben soll. Die Athenerinnen sollen einen Krieger, der aus dem unglücklich verlaufenen Feldzug gegen Aegina allein heimkehrte, mit ihren Gewandnadeln erstochen haben. Deshalb, so erzählt Herodot, zwangen ihre Männer sie, die zuvor mit Nadeln zusammengehaltenen Gewänder gegen den genähten Chiton einzutauschen.
An klassischen Statuen können wir heute noch sehen, wie das Gewand durch seinen einfachen, weiten Schnitt einen freien Faltenwurf ermöglichte. Die Art, in der das Gewand gegürtet wurde, konnte individuell sehr unterschiedlich sein und machte die Kleidung zu einem persönlichen Ausdruck. Im Lauf der Zeit wurde daraus ein vornehmeres Gewand, das nur sehr knapp geschlossen wurde und aus feinen, fast durchsichtigen Stoffen hergestellt wurde, die viel von Untergewand und Körper sehen ließen. Die Fußbekleidung bestand aus einfachen Sandalen, die allerdings, was damals ungewöhnlich war, eine rechte und eine linke Fußkrümmung besaßen.
In Rom war die Art der Kleidung strenger reglementiert. Die Toga war die Hauptoberbekleidung der römischen Bürger und zur Zeit der Republik war sie ein Statussymbol. Die Toga und das römische Bürgerrecht waren eng miteinander verbunden. Ausländern und Sklaven war sie nicht erlaubt, und auch ein Römer, der seine Bürgerrechte verlor, durfte sie nicht mehr tragen. Der Name des Kleidungsstücks wurde zur Nationalbezeichnung, zur "gens togata", wie sich die Römer gerne nannten und die Toga wurde als Kennzeichen des freien römischen Bürgers empfunden. Die Toga bestand aus einem großen ovalen Stück Stoff, das um den Körper gewickelt wurde und diesen bis auf den rechten Arm fast völlig verhüllte, wobei die Falten vorne einen Überwurf bildeten. Für das Anlegen der Toga gab es feste Vorschriften; der Faltenwurf durfte nicht, wie bei den Griechen, Ausdruck des persönlichen Geschmacks sein.
Frauen trugen ohnehin keine Toga, die freigeborene und verheiratete Römerin zeichnete sich durch die Stola,einer Art zweitem Überwurf aus, die über dem Untergewand getragen wurde. Als Hemdkleid trugen Männer und Frauen die Tunika, die zwar von allen Schichten getragen wurde, aber durch verschiedene Streifen in Rangunterschiede eingeteilt wurde. So war zum Beispiel die Tunika der Senatoren durch breite Streifen geschmückt. Auch die Fußbekleidung war vorgeschrieben. Zur Toga gehörte der römische Calceus, ein geschnürter Fersenschuh, der je nach Farbe, genau wie die Toga, den gesellschaftlichen Rang signalisierte. Nur die Senatoren durften schwarze Schuhe tragen.
Auch der Schmuck der Römer konnte die Funktion von Rangabzeichen übernehmen. So durften lange Zeit nur Kinder der Vornehmen die "goldene Bulla" tragen, ein amulettartiges Schmuckstück für Knaben. Ärmeren Jungen stand nur ein ledernes Amulett zu. Der römische Staat bemühte sich, dem zunehmenden Luxusbedürfnis seiner Bürger, das sich in aufwendigen Ketten, Armbändern und Gewandfibeln zeigte, durch Schmuckgesetze entgegenzuwirken.
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